Montag, 8. September 2014

Ruanda



Letzte Woche hatte ich das Vergnuegen mit Katharina nach Ruanda zu fahren. Nachdem die Fahrt 9 Stunden dauern sollte, so zumindest die Info, die wir erhielten, entschieden wir uns trotz der erhoehten Gefahr ueber Nacht zu fahren. Nach etwas rumgelaufe in der Stadt hatten wir uns fuer Jaguar Bus entschieden. Dieser sollte um 1 Uhr am Montag frueh in Kampala los fahren und dann am Morgen in Kigali sein, und das alles fuer ca. 12 Euro. Da der Bus in der Innenstadt losfuhr, um diese Uhrzeit aber keine Taxis mehr fahren, haben wir bis 23 Uhr im Cafe nebenan uns noch ein Milchshake gegoennt. Als dieses dann schloss, blieb uns nur die Treppe am Busterminal bis wir endlich einsteigen konnten. Zu unserer Ueberraschung war der Bus restlos ausgebucht. Dass soviele nach Kigali fahren, haetten wir nicht erwartet. Jaguar faehrt 4x taeglich und dann gibt es noch mindestens 4 andere Firmen. Nachdem jeder seinen Platz gefunden hatte, mit Sitzplatznummern haben es die Ugander nicht so, sodass manchmal der Platz schon belegt war, weil man anstatt 62 sich auf 26 gesetzt hatte, konnte es mit gut 20min Verspaetung endlich los gehen. Schnell mussten wir feststellen, dass es im Bus doch sehr kalt werden kann. Trotz dickem Pulli mit Kaputze und Schal hab ich die Nacht ueber gefroren und recht wenig geschlafen. Die Grenzformalitaeten gingen recht zuegig und nach einer Ebola- und Gepaeckkontrolle, nach Ruanda darf man keine Plastiktueten einfuehren, ging es dann die letzten 2h nach Kigali.

Die ersten Eindruecke entsprachen dem, was wir zuvor gehoert hatten, es ist ordentlicher, strukturierter, sauberer und einiges europaeischer. Selbst der Buspark in Kigali war uebersichtlich und lang nicht so ueberfuellt wie der in Kampala. Nachdem eine Bank gefunden war, ach ist der Euro schoen, konnten wir zum Hotel. Zum Glueck gibt es auch in Kigali Bodas, da wir sonst total orientierungslos gewesen waeren. Die Bodas haben alle Helme und ein Laibchen und einen Helm fuer ihren Passagier. Es darf auch nur eine Person mitgenommen werden und die Bodas sehen etwas anders aus als in Uganda, meiner Meinung nach etwas moderner. Auf der Fahrt haben wir sogar richtige Linienbusse gesehen und die Matatutaxis haben Nummern und kein Conducter, der die ganze Zeit das Fahrziel rausbruellt. Nach einer Pause im Hotel haben wir uns auf den Weg gemacht Kigali zu erkunden. Allerdings sah alles nur noch Business District und einer Mall aus. Also haben wir halt den Nakumatt(grosse Supermarktkette aus Suedafrika, die es auch in Uganda gibt) erkundet und schnell festgestellt, das Ruanda doch etwas teurer ist.

Am naechsten Tag haben wir 2 Genozidmemorials etwas ausserhalb Kigalis besucht. Zum Buspark wollten wir mit dem Taxi. Allerdings hatten wir das System noch nicht so ganz verstanden. Nach ein paar Metern hatten wir eine Bushaltestelle gefunden, die Taxis halten naemlich nicht in Uganda einfach ueberall. Es hingen sogar Routenbechreibungen an der Haltestelle mit denen wir alerdings nichts anfangen konnten. Irgendwann sind wir einfach zu einem Taxi, das gehalten hat und haben gefragt. Es fuhr tatsaechlich zum Buspark. Unsere Frage wie und wem man bezahlt hat sich auch eruebrigt, indem wir an unserem Ziel einfach rausgelassen wurden und nichts zahlen mussten. Einmal als Weisser nicht uebers Ohr gehauen worden, sondern sogar ein Bonus gehabt. Uebrigens hatten wir in Ruanda nie das Gefuehl, dass wir mehr zahlen mussten. Wir mussten noch nichtmal handeln. Die Bodafahrten haben immer soviel gekostet wie im Reisefuehrer angegeben. Am Buspark hatten wir schnell ein richtiges Taxi gefunden, allerdings doch etwas Bedenken, da ausser uns noch niemand drin sass. Doch auch hier gibt es Unterschiede. Erstens bekommt man ein richtiges Ticket ausgestellt und zweitens fahren die Taxis zu bestimmten Uhrzeiten ab und warten nicht bis es voll ist. Nach einer Stunde Fahrt kamen wir an unserem Ziel an. Dort wussten die Bodafahrer gleich Bescheid wo wir hinwollten. Das Memorial ist eine ehemalige Kirche in die tausende Tutsis Schutz gesucht hatten und alle in einer Nacht ermordet wurden. Zuerst sind wir in ein Massengrab hinabgestiegen, wo hunderte oder tausende Schaedel und Knochen aufgereiht lagen. Schon ein sehr bedrueckendes und mulmiges Gefuehl. Anschliessend ging es in die Kirche, wo neben den Einschussloechern die Kleidung der Opfer lagen samt Blutflecken sowie ein paar Waffen. Besonders schlimm fand ich die Schilderung wie Frauen vergewaltigt wurden und die Art sie umzubringen (Details erspar ich euch). Das andere Memorial war auch eine Kirche und dem ersten sehr aehnlich. Wieso es im Reisefuehrer hiess, dass es nicht so schlimm sein soll, blieb mir aber ein Raetsel. Neben Knochen, Schaedeln und Klamotten, wurde uns auch ein Fleck an der Wand der Sunday School gezeigt, der das Blut und Gehirn der Kinder ist, die dort dagegen geschmettert wurden. An den Schaedeln hat man auch richtig erkennen koennen, ob es sich um ein Einschussloch, Machete oder Knueppel handelt mit dem die Person getoetet wurde. Nach dem doch sehr eindrucksreichen Morgen habe ich verzichtet Katharina ins Genozidmemorial in Kigali zu begleiten, da ich dort schonmal war.

Am Mittwoch ging es dann weiter ueber Musanze nach Gisenyi. Die 2h Fahrt auf Klappsitzen, die schief im Bus haengen, haben sich leider nicht gelohnt. In Musanze war es total diesig und von den Bergen war nichts zu sehen. Zusaetzlich hat uns noch ein Touriguide am Busterminal angesprochen, den wir nicht mehr losgeworden sind. Und der hat gestunken!!! Immerhin hat er uns eine franzoesiche Baeckerei gezeigt, wo wir dann ein leckers Sandwich essen konnten, bevor wir nach Gisenyi weiter sind. Gisenyi liegt am Lake Kivu und grenzt direkt an den Kongo. Die Stadt war mir von Anfang an sympatisch auch wenn wir doch etwas Angst hatten, da laut unserem Reisefuehrer im See unterirdische Methankammern sind, die jederzeit explodieren koennen. Wir sind noch etwas ziellos in der Stadt herumgelaufen bis wir irgendwann am Ufer angelangt sind. Dort haben ein paar Einheimische gebadet. Angeblich ist der See auch billhazirose frei. Baden gegangen sind wir trotzdem nicht. Als uns der Hunger ueberkam sind wir wahllos weiter und zufaellig an einem Schild fuer eine Pizzeria vorbeigekommen. Dem sind wir dann gefolgt und auch tatsaechlich dort angekommen. Durch den Zaun hindurch sah man aber schon, dass niemand dort war und wir drehten wieder um. Ein paar Meter weiter hoerten wir eine Frau hinter uns. Die Besitzerin kam uns hinterher. Leider konnte sie kein Englisch, aber mit Gestik und unseren Brocken franzoesisch liessen wir uns dann doch umstimmen. So landeten wir als einzige Gaeste in ein Pizzeria eines italienisch-ruandischen Ehepaares. Es sah alles echt super aus, die Speisekarte hatte sogar richtig viel anzubieten, nur das Tiramius war nicht da. Wieso haben wir allerdings nicht verstanden. Das Essen war richtig lecker, Pizza mit viel Kaese. Die Wirtin war echt putzig und hat immer versucht sich mit uns zu uneterhalten, aber unser franzoesisch war leider nicht gut genug.

Am naechsten Tag besuchten wir eine Halbinsel in der Naehe von Gisenyi. Ausser einer herrlichen Aussicht sollte es dort auch heisse Quellen geben. Mit einer mehr oder weniger genauen Beschreibung liefen wir los, durch eine Brauerei immer am See entlang. Als die Strasse dann aber in die Berge ging, waren wir etwas unsicher, da die Quellen direkt am See seien sollten. Also haben wir uns auf die Suche nach jemand gemacht, der dem Englischen maechtig war. Eine Strandbar erschien uns passend. Wir waren wohl auch noch auf dem richtigen Weg, nach weiteren 15min sollten wir da sein (anfangs sollten es 20min sein und so lange waren wir auch schon unterwegs). Aber uns wurde angeboten, dass wir mit dem Boot dort hinfahren koennten. Wofuer wir uns dann auch entschieden nachdem sie mit dem Preis nochmal runtergingen. Nach einem Tankstopp waren wir dann auch innerhalb von 5Minuten an den Quellen. Vom Ufer aus sahen wir schon Maenner baden. Diese waren nicht sonderlich begeistert von unserer Ankunft, sodass wir zu anderen Quellen liefen. Auf dem Weg kamen uns schon zig Kinder entgegen, die immer etwas von Massage redeten. Sobald wir ankamen war uns klar was damit gemeint war. Die Kinder nahmen irgendwelche Pflanzen und tunkten sie ins Wasser und haben uns damit die Haende massiert. Das Wasser war echt heiß, an manchen Stellen konnte man es richtig kochen sehen. Nur in einem kleine Tuempel war es angenehm, sodass eine Frau mit Kind dort badete. Nach unserer Massage verlangten die Kinder natuerlich Geld, angeblich um einen Kuli zu kaufen. Da wir kein Geld geben wollten, hat Katharina ihren Kuli geopfert. Der hat es aber nicht lange ueberlebt, da die Kinder sich so darum gestritten haben, dass sie ihn auseinandergebrochen haben. Nachmittags entschieden wir noch zu schauen, ob wir nicht in den Kongo kaemen. Also liessen wir uns zur Grenze fahren. Leider war das dann doch nicht so einfach. Ein Visum haette 250$ gekostet. Nach etwas Fussmarsch durch die Villengegend von Gisenyi kamen wir zum anderen Grenzposten. Hier war schon sehr viel mehr los und man hatte immerhin ein recht guten Blick nach Goma.

Am Freitag ging es frueh los. Wir wollten nach Kibuye ueber eine angeblich sehr schoene Strecke durch die Berge. Nach laengerem hin- und her laufen hatten wir immerhin auch rausgefunden, dass der Bus um 7 Uhr losfahren sollte. Also waren wir 20min frueher dort und gleich kam ein Junge auf uns zu, der uns in den Bus locken wollte. Der Bus sah aber so alt und unzuverlaessig aus, dass wir beide damit nicht fahren wollten. Zum Glueck gab es aber noch einen weiteren Bus, in dem auch schon mehr Leute sassen und der recht neu aussah. Puenktlich um 7 Uhr konnte unsere Fahrt losgehen. Die Strecke war wirklich sehr schoen, sehr holprig und leider auch verregnet. Teilweise sind wir durch Wolken gefahren, sodass wir von den Teeplantagen und Bananen nicht viel sehen konnten. Trotzdem hat sich die 6 stuendige Fahrt fuer ca. 100km gelohnt. Kibuye ist von der Lage nochmal schoener als Gisenyi malerisch am See mit vielen Halbinseln. Leider hat es wirklich die ganze Zeit geregnet, sodass wir gerade mal in die Stadt sind um einen Geldautomaten zu suchen und etwas ueber den Markt gelaufen sind. Am naechsten Morgen ging es dann auch schon zurueck nach Kigali. Dort wollten wir uns erstmal ein Busticket kaufen. Gar nicht so leicht, es waren naemlich schon alle Plaetze reserviert. Kurzerhand wurde dann halt eine reservierte, aber noch nicht bezahlte Karte an mich verkauft, sodass ich abends zurueck konnte. Nach 1,5h warten bei der Ausreise in Ruanda (es waren 4 Busse gleichzeitig dort) und ca. 1min zum Einreisen in Uganda (mir bleibt ein Raetsel wieso das so viel schneller ging), war ich wieder zurueck und um Uhr morgens dann auch voellig fertig in Kampala.

Landschaftlich ist Ruanda sehr sehr schoen, huegelig und gruen. Die Menschen sind auch sehr freundlich, aber nicht so offen wie Ugander, und fuer uns war es doch einiges schiwieriger mit ihnen zu kommunizieren aufgrund der wenig englischsprechenden Ruander und wenn wir es auf franzoesisch versuchten, haben sie uns meistens auch nicht verstanden. Die Hauptverbindungsstrassen sind super ausgebaut, es ist sauber, gibt keinen Stau. Im Allgemeinen hatten wir auch den Eindruck, dass Ruanda reicher ist. Zum Beispiel gab es viel weniger Menschen, die ohne Schuhe oder in zerrissenen Kleidern rumgelaufen sind. Auffaellig war, dass vielen Menschen Gliedmassen gefehlt haben, was wir auf den Genozid zurueckgefuehrt haben. Es gibt auch viel weniger Kinder und allgemein kommt es einem leerer vor. Auf jeden Fall war es eine schoene Woche mit vielen Eindruecken und ich kann jedem empfehlen seine Ugandareise mit einem Besuch in Ruanda zu kombinieren ;-)


Montag, 25. August 2014

Reise

Am 20. Juli war es soweit. Der Rest meiner Familie kam nach Uganda. Gluecklicherweise kamen sie mit einem der wenigen Flieger, die tagsueber landen, sodass mir das Warten um 2 Uhr morgens am Flughafen erspart blieb.

Ziemlich gesteresst kamen die 3 dann aus dem Flughafen und wir konnten mit unserem Fahrer nach Kampala. Auf der Fahrt konnten wir schonmal den ersten Platzegen erleben, der bis wir im Hotel waren zum Glueck wieder aufgehoert hatte. Nach einer kurzen Erholung im Hotel ging es zum Abendessen zum Aethiopier. Lecker wie immer :-) Nur das mit den Fingern essen, sagte nicht allen Familienmitgliedern zu. Anschliessend ging es noch kurz beim Salsatanzen vorbei und dann zurueck. Dies war nun auch das Ende des guten Internetempfangs. Die restliche Zeit sollten sich 3 Familienmitglieder das Gemaeckere des vierten ueber das nicht vorhandene W-Lan oder 3G Internet anhoeren.

Am naechsten Morgen wurde noch kurz ein Koffer in meiner Wohnung abgestellt, was reisen die doofen Deutschen auch mit so viel Gepaeck?! Und dann konnte es losgehen. Die erste Etappe fuehrte uns nach Fort Portal. Dort haben wir uns zuerst die Grabstaette der Koenige angeschaut. Nachdem der zustaendige Mitarbeiter sich in ein Bettlaken gehuellt hatte, vielleicht sollte es aber auch ein traditionelles Gewand darstellen, konnten wir verschiedene Utensilien der Koenige anschauen. Nach diesem geschichtlichen Einblick ging es zu unserer Guestfarm, Kluges Guestfarm. Wie der Name schon vermuten laesst von einem Deutschen betrieben. Dementsprechend lecker war auch das Essen ;-) Und auf speziellen Wunsch habe ich sogar ein Mousse au chocolat bekommen. Der naechste Tag war den Schimpansen gewidmet. Frueh morgens ging es los auf die Suche. Leider hatte es am Vortag geregnet und dann verstecken die Schimpansen sich lieber in den Baeumen. Nach einer Weile hatten wir dann doch einen gefunden, der sich auf dem Boden raekelte. Nach einigen in Baeumen, ehrlich gesagt ausser schwarzen Flecken erkennt man da nichts, hatten wir am Ende doch nochmal Glueck und sahen noch ein paar mehr. Bei meiner ersten Schimpansensuche war ich doch etwas erfolgreicher. Man kann eben nicht immer so viel Glueck haben.

Weiter ging der Weg zum Queen Elizabeth Nationalpark. Hier naechtigten wir in der  Lodge mit dem schoensten Ausblick ueber den Park. Am Abend stand der erste Game Drive auf dem Programm. Und da wo die vielen Safariautos standen, waren auch tatsaechlich Loewen. Naja eher gelbe Punkte, die man dank Fernglas dann doch als Loewen ausmachen konnte. Ansonsten eben ein paar Antilopen, Bueffel und Voegel. Am naechsten Morgen gab´s den naechsten Game Drive. Diesmal waren die Loewen doch schon einiges naeher und erkennbar. Ansonsten fand ich es nicht so spannend, da irgendwann Bueffel, Voegel, und Antilopen langweilig werden und die Dichte an Tieren auch nicht besonderlich hoch war. Nachmittags ging es dann auf eine Bootstour auf dem Kazingachannel der Lake Edward mit Lake George verbindet. Dort gab es endlich richtig viele Tier zu sehen, Elefanten, Nilpferde, Voegel, Bueffel, Affen etc. Das Highlight war aber auf unserem Rueckweg, eine ganze Elefantenherde direkt neben dem Strassenrand :-)

Durch Teeplantagen und eine herrlich gruene Landschaft ging es weiter. Auf dem Weg haben wir eine Teefabrik besichtigt und einiges ueber die Teeherstellung gelernt. Unser Ziel fuer heute war Rukararwe. Ein Community Tourismus Projekt, das auch eine Einsatzstelle von artefact ist und mein Chef ist dort auch irgendwie involviert. Es liegt sehr schoen, aber auch total abgelegen. Da man uns noch nicht zum Mittagessen erwartet hatte, durften wir darauf auch gleich mal 2h warten. Immerhin gab es mal so richtig ugandische Kueche mit einem etwas internationalen Touch. Nachmittags wollten wir eigentlich eine Tour durch die Bananenplantagen unternehmen. Doch leider hat uns der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es war nicht ein kurzer Schauer wie sonst hier ueblich, sondern wirklich stundenlanger Dauerregen. Leider habe ich somit nicht gelernt wie man Matooke macht und kann euch damit in Deutschland nicht verkoestigen. Da es durch den Regen so kalt geworden ist, waren wir alle schon frueh im Bett und haben uns in alle moeglichen Kleider und Decken eingemummelt. So gefroren hab ich in Uganda davor noch nie.

Der naechste Tag stand nochmal im Zeichen der Loewen. Wir fuhren in den Ishasha Sektor des Queen Elizabeth Nationalparks, der bekannt ist fuer die Loewen, die auf Baeume klettern. Da die ganzen Guides sich untereinander Informationen weitergeben und Vernetzten waren die Loewen auch schnell gefunden und wir konnten schlafende Loewen auf einem Baum bewundern. Diese Nacht haben wir in dem einzigen Hotel auf unserer Reise geschlafen, das von einem Ugander betrieben wird. Ob das der Grund fuer das schlechteste Essen auf der ganzen Reise war?

Nicht nur in Rukararwe, sondern auch im Bwindi kann man frieren. Das stellte ich am naechsten Tag fest. Der ganze Tag war eigentlich nur ein Reisetag durch den dichten Regenwald. Ein paar Affen am Strassenrand, herrliche Blicke ueber die Berge und ein ueberraschen leckeres Mittagessen mitten in den Bergen. Am Abend gab es noch eine Tanzvorfuerung von Kindern aus dem Dorf und dann zum Glueck in ein kuschlig warmes Bett. Ja Afrika kann richtig kalt sein. Nachdem ich den Rest der Familie zu den Gorillas geschickt hatte, konnte ich einen freien Tag geniessen. Da ein ganzer Tag in der Lodge doch etwas langweilig gewesen waere, habe ich mit einem Mitarbeiter das Dorf in der Naehe besucht. Wir haben eine Huette der Pygmaen gesehen, die die Ernte vor Elefanten bewachen, haben eine Schule besucht, und ein Haus einer Familie. Ich fand es sehr interessant und ich konnte meinen Guide echt ueber alles ausquaetschen. Im Vergleich zu Kampala sind die Menschen dort nochmal viel viel aermer und haben eigentlich kaum Chancen aus der Umgebung rauszukommen.

Am Dienstag hiess es dann auf nach Kampala, 9h Fahrt ueber teilweise doch gruselig holprige Strecken. Kampala hatte ich doch vermisst, das Gewusel, der Verkehr, irgendwie ist es schon Heimat geworden, sodass ich mich echt gefreut habe fuer 2 Tage wieder zurueck zu sein. Am Mittwoch habe ich meine Familie dann mal langsam an Kampala herangefuehrt. Nach einem kurzen Ausflug zur Post und zum Taxipark, waren wir noch die andere Seite Kampalas anschauen, Kisementi. Das Viertel, wo eine richtige Luxusmall steht, der Anteil der Weissen, die sich dort aufhalten extrem hoch ist und man eigentlich alles bekommt, was man will. So gab es dann endlich auch mal einen Nachtisch. Ich verstehe einfach nicht wieso es in Uganda keine Nachtischkultur gibt. Das ist doch soooo lecker!!! Abends hatte ich dann meine erste Special Hire Fahrt (also was in Deutschland ein Taxi ist). Es war einfach total komisch. Ich wuerde sonst nie auf die Idee kommen damit zu fahren, da sie einfach megateuer sind (zumindest im Vergleich zu den anderen Transportmitteln). Mit dem Special Hire ging es also zum National Theatre, wo wir die Latin Flavor Uganda Show angeschaut haben. So hat meine Familie gesehen, wie ich die meisten meiner Abende hier verbringe. Am naechsten Tag haben wir dann die touristischen Attraktionen Kampalas angeschaut. Und das alles auf Bodas. Mit den Bodas wurden wir zu den verschiedenen Attraktionen gefahren und haben auch auf dem Weg noch viele Informationen bekommen. Wir waren in Kololo, am Hindu Tempel, in der Moschee, am Koenigspalast und den Folterkammern und in Bahai Tempel. Insgesamt eine echt interessante Tour, auch wenn mir mein Hintern nach den vielen Stunden auf dem Boda doch etwas weh getan hat. Die kurze Zeit in Kampala wurde mit einem lecker indschen Essen abgerundet und die Tour ging weiter in den Murchison Nationalpark, den groessten Ugandas.

Unser erstes Ziel waren die Wasserfaelle. Von oben konnte man die Wassermassen schonmal bewundern bevor wir am naechsten Tag noch mit dem Boot hinfahren sollten. Dann rasten wir zu Faehre, die uns ueber den Nil bringen sollte. Puenktlich auf die Minute kamen wir an. Die naechste waere erst in 2h gefahren. Unsere Lodge lag sehr schoen mit Blick ueber dem Nil. Es gab leckeres Essen und Nachtisch :-) Unterkunftstechnisch sicherlich die schoenste Lodge. Fuer den naechsten Game Drive hiess es wieder frueh aufstehen. Aber das hat sich echt gelohnt. Die Dichte an Tiere war viel hoeher als im QENP und diesmal gab es Loewen wie auf dem Praesentierteller. Am schoensten fand ich immernoch die Giraffen. Die Tiere faszinieren mich einfach. Am Ende hatten wir wirklich alles gesehen, ausser Leoparden. Aber das ist einfach totale Glueckssache. Nachmittags ging es dann mit dem Boot zum Wasserfall. Hier konnten wir nochmal ganz nah an ein Krokodil ran, aber davor hat ich dann doch etwas Schiss. Genauso wie am naechsten Tag vor den Nashoernern. Beim Nashorntracking wurde mir doch manchmal etwas mulmig auch wenn die Tiere sehr friedlich aussahen, es sind schon mega die Kolosse.

Nach einer Nacht in Kampala, wo wir uns eine traditionelle Tanzshow angeschaut haben, ging es nach Jinja zur Nilquelle. Hier haben wir in einer Lodge uebernachtet, die wie so oft von einem Deutschen gefuhert wird. Der Deutsche war auch tatsaechlich da und wie sich herausstellte, kam er aus Kirchheim. Zufaelle gibts. Oli einen meiner Mitfreiwilligen mit seinen Eltern haben wir dort auch getroffen. Mit dem Boot sind wir zur Nilquelle gefahren, haben das obligatorische Foto gemacht und damit war die Reise auch schon fast beendet.

Den letzten Tag haben wir faul in Entebbe verbracht. Etwas im Hotel relaxt und nochmal gut gegessen. Meine Luxuszeit mit warmen Duschen, 3x taeglich gutem Essen, Fahrer und Auto, ging damit zu Ende. Auch wenn es teilweise etwas stressig war, hatten wir doch eine schoene Zeit und haben viel gesehen und es gebe noch viel mehr zu sehen. Aber das muss fuer ein anderes Mal aufgehoben werden.


Donnerstag, 10. Juli 2014

Kampala schweigt

Kampala ist wie ihr sicherlich schon herauslesen konntet eine wuselige, lebendige Stadt voller Menschen, Verkehr, Gehupe, Predigern, etc. Inzwischen fällt mir das gar nicht mehr so auf, man gewöhnt sich einfach daran und wenn es dann plötzlich weg ist, hat man ein komisches Gefühl. Bis ich allerdings gemerkt hatte, was mir fehlte, ging der ganze Lärm auch schon wieder weiter. Aber immerhin ca. 2 Minuten Ruhe hatte ich gestern mitten zur Berufsverkehrszeit auf der Kampala Road(Hauptstraße Downtown).

Ich war Downtown unterwegs und hatte mir gerade ein Akku für mein neues gebrauchtes Handy gekauft (altes wurde geklaut, eigene Dummheit, aber wer nochmal mit mir kommunizieren will, kann mir seine Nummer gerne schicken), als ich problemlos die Straße überqueren konnte, weil die Autos warten mussten. Wenn die Polizei den Verkehr regelt eigentlich nichts ungewöhnliches, dann kann es schonmal sein, dass man 10-20 Minuten warten darf, bis es weiter geht. Dass auf der einen Straßenseite keine Autos und nur vereinzelt Bodas fuhren, kam mir auch noch nicht komisch vor. Konnte ja gut sein, dass die Polizei irgendwo den Verkehrsfluss blockiert. Dann bemerkte ich, dass aber in gar keine Richtung Autos fuhren, und das Gehupe war auch verstummt. Die ganze Kreuzung stand still. Ich lief bis zur nächsten (viel kleineren Kreuzung), als ich dann die Polizeisirene hörte. Das erklärte natürlich alles. Eine wichtige Persönlichkeit war im Anmarsch. Als nach dem Polizeiauto aber gleich mehrere Militärautos mit Soldaten mit Gasmasken und total getarnt ankamen, ging mir ein Licht auf. Diesmal war es nicht nur irgendeiner der zig Minister, sondern der Präsident, der vorbeikam. Also hab ich gleich nach der Limousine Ausschau gehalten und tatsächlich im Rückfenster den Präsidenten gesehen vermutlich mit seiner Frau, aber deren Hut war so riesig, dass er alles verdeckt hat. Der Limousine folgte noch ein Krankenwagen, Polizei und Militär. Und eine halbe Minute später war der Spuk vorbei, Kampala erwachte wieder zum Leben.

Dienstag, 8. Juli 2014

Tiramisu-Test

Wie viele vermutlich wissen, ist Tiramisu mein Lieblingsnachtisch. Da man in Kampala schon einige Moeglichkeiten hat internationales Essen zu bekommen, muss es ja auch irgendwo Tiramisu geben. Dem ersten Tiramisu bin ich zufaellig mit Tamara in der Cafesserie, einem Cafe in einer Nobelmall, begegnet. Geschmacklich schon richtig gut, aber einfach nich wie bei Mama. Die Mascarponecreme war einfach nicht wie ich es gerne haette.

Mein naechstes Tiramisu hatte ich dann Ostern bei einem Italiener. Leider eine grosse Enttaeuschung. Die Pizza war die beste, die ich bisher in Kampala gefunden habe, aber das Tiramisu war hart und geschmacklos.

Nach dem Erlebnis habe ich beschlossen, das ich alle Tiramisus, die ich in Kampala finde, durchprobieren muss. Irgendwo muss sich ja auch ein richtig leckeres Tiramisu verstecken.

Tiramisu Nummer 3 gab es dann bei einem anderen Italiener. Fuer mich bisher das mit Abstand beste. Endlich eines mit Loeffelbisquits und Mascarpone hergestelltes. Auch geschmacklich war es richtig lecker. Falls ich keine weiteren mehr finde, werd ich sicherlich zum Tiramisuessen immer hier her kommen.

Nach meinem Deutschlandaufenthalt, mit Mamas Tiramisu :-), hab ich noch ein Cafe gefunden. Leider wieder eine Enttaeuschung, nicht cremig, keine Mascarpone, irgendwelcher Marmorkuchen anstatt Loeffelbisquits. Das kann man eigentlich gar nicht Tiramisu nennen.

Am liebsten wuerd ich mir ja selber mal Tiramisu machen, aber ohne Kuehlschrank? Mascarpone kann man sogar kaufen, bei Loeffelbisquits wird es schon schwerer. Mal sehen, ob ich das noch hinbekomme.

Ansonsten muss ich mich erstmal um ein neues Handy kuemmern. Meines wurde naemlich gestern aus meinem Rucksack entwendet, irgendwo Downtown auf dem Weg zum Taxi. Mitbekommen hab ich rein gar nichts. Im Taxi hab ich nur bemerkt, dass der Reisverschluss offen war. Da es eh rumgesponnen hat, bin ich noch nichtmal so traurig. Hat mir schon die Entscheidung abgenommen, ob ich ein neues kauf oder nicht. Nur meine ganzen Kontakte sind nun weg.

Montag, 23. Juni 2014

The story continues

So, nach 5,5 Wochen Zwangspause in Deutschland sind alle 10 Zehen und meine restliche Wenigkeit wieder in Uganda angekommen. Bald gibt es hier dann mehr Neuigkeiten wie zum Beispiel Instrumentenbau in Uganda, mehr Tanzen und wie ueberlebt der Rest der Familie Uganda. Bis dahin!